Grundsätzlicher Werksaufbau

Wie die Schwesterwerke bei Stadt Allendorf und Clausthal wurde das Werk Hess. Lichtenau als sogenanntes "Schlafwerk" geplant. Gedacht war, dass die Werke fertiggestellt werden und dann bis zum Kriegsanfang "schlafen", durch die geänderte militärische Planung wurde dies hinfällig und am 01.06.1938 nach nur zweijähriger Bauzeit wurde das Werk in Betrieb genommen.

Von den insgesamt 27 Sprengstofffabriken war das Werk Hess. Lichtenau das zweite was seinen Betrieb aufnahm. Während der gesamten Betriebdauer praktisch bis zum letzten Tag wurde das Werk erweitert, bis zu 2000 Bauarbeiter und mehr als 1000 Arbeitsdienstmänner waren permanent im Einsatz. Bis Kriegsende wurden 399 Gebäude auf dem 233 Hektar grossem Gelände errichtet. Das umzäunte Gelände war von einem weitverzweigten Straßennetz durchzogen und besaß einen eigenen Gleisanschluß (35 km Gleislänge davon 17 km Innerbetrieblich, eigener Bahnhof) sowie eine Seilbahn zur Zeche Hirschberg. Es gab neben den Produktionsanlagen Lagerstätten, Laboratorien, Sozialgebäude, Büros, Werkstätten usw.. 1941 fand eine Erweiterung außerhalb des Werksgeländes statt. In Eschenstruth wurde die Fabrik der Hansa Schwerweberei AG beschlagnahmt und von der D.A.G. als Spezialmaschinenbaufabrik, Werkzeugmacherei und Reparaturbetrieb eingerichtet, von hier wurden zum Teil auch andere Werke beliefert.

- 1933 Planungsbeginn
- 1936 Baubeginn
- 01.06.1938 Produktionsbeginn TNT
- November 1938 Baubeginn der Erweiterung der TNT Herstellung
- Mai 1939 Produktionsbeginn Pikrinsäure
- September 1939 TNT Füllstation nimmt die Arbeit auf
- Mitte 1940 Fertigstellung von Tri-Presserei, Denitrierung und Säure-Konzentration
- Anfang 1941 Beginnn dreier Großprojekte Kesselhaus(Nr.550), Kohlehochbunker(Nr.589) und Säure-Spaltanlage
- Anfang 1943 Fertigstellung der Säure-Spaltanlage als letztes der drei Großprojekte

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