Energieversorgung

Zwei eigene Kraftwerke, die Gebäudegruppen 501-506 und 521-526, versorgten das gesamte Werk mit Elektrizität; aus Sicherheitsgründen lagen sie unterirdisch und weit voneinander entfernt. In den Gebäuden 501 und 521 standen je zwei Hochdruck-Kessel sowie zahlreiche Pumpen für Kesselspeisewasser. Jeder Kessel erzeugte pro Stunde 10 Tonnen Dampf unter 50 atü Druck. Im Gebäude 502 wandelten zwei Gegendruckturbinen mit Leistungen von 1500 bzw. 2800 kW/h den Dampf in Elektrizität um. Die Turbinen im zweiten Kraftwerk hatten eine Leistung von je 1500 kW/h.

Bis 1942 war die Versorgung der Kraftwerke mit Kohle ein immer wiederkehrendes Problem, teilweise über 200 Waggons beladen mit Rohstoffen, Kohle und Baumaterial oder den abzutransportierenden Werkserzeugnissen (Chemikalien, Sprengstoff, Munition) verstopften die Gleisanlage vollkommen. Erst 1942 nach der Fertigstellung des Kohlehochbunkers (Nr.589), der über eine Seilbahn mit dem Abbaugebiet Hirschberg direkt verbunden war, entspannte sich die Versorgungslage des Werkes. In fünf großen Schütten wurde die Kohle im Hochbunker (Abb. A2.2) gelagert und je nach Bedarf mit der Werksbahn verteilt. Die beiden Großkraftwerke verfügten über kleinere Vorratsbunker.

Anfang 1943 ging ein drittes Kesselhaus (Abb. A2.3), das Gebäude 550, in Betrieb. Es wurde über ein Förderband direkt aus dem Kohlehochbunker (Nr.589), mit Kohle versorgt. Drei Steilrohrkessel erzeugten im neuen Kraftwerk 9 Tonnen Dampf unter 25 atü Druck, die eine Gegendruckturbine mit einer Leistung von 1200 kW/h speisten. Der Dampf wurde von den Kesselhäusern in ein oberirdisches Dampfleitungsnetz eingespeist, dass die Werksgebäude mit Wärme und die Fabrikationsgebäude versorgte.

Auf dem Werksgelände waren über 20 Trafostationen verteilt, die die erzeugten 6000 Volt in die benötigte Betriebsspannung von 380 oder 220 Volt umspannten. Jedes Gebäude war mindesten von zwei, oft sogar von vier Seiten an das maschenartig verlegte Stromnetz angeschlossen. Zur Notstromversorgung standen in den Kraftwerken und in seperaten Bunkern Dieselaggregate, die bestimmte Hauptgebäude im Notfall mit Strom versorgen konnten. Weiterhin gab es auch eine Fremdübernahmestation, die im Normalbetrieb den überflüssigen Strom ins öffentliche Netz einspeiste.

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