Die Pikrinsäure Verarbeitung

Im Gegensatz zu TNT (Tri) wurde Pikrinsäure vor der Verarbeitung nicht wieder verflüssigt, sondern als Granulat abgefüllt. Pikrinsäure diente als Treibmittel für Geschosse die aus Kartuschen abgeschossen wurden, wie z.B. Geschützmunition. In den auf dem Werksgelände verstreut liegenden Pressengebäuden wurde der Sprengstoff in Hülsen abgefüllt und anschließend unter hohem Druck verdichtet.

Die Pressengebäude bestanden aus zwei Teilen. Im ersten Teil des Gebäudes wurde das Pikrin genaustens abgewogen, da eine Überfüllung eine Explosion beim Pressvorgang nach sich gezogen hätte, und dann von Hand in die Hülsen gefüllt. Die gefüllten Kartuschen wurden anschließend auf einen Wagen gestellt und in den zweiten Teil des Gebäudes gefahren.Der erste und zweite Teil des Gebäudes war durch eine dicke Stahlbetonwand voneinander getrennt. Im zweiten Teil des Gebäudes befanden sich mehrere Pressen die in wiederrum durch massive Stahlbetonwände getrennten Räumen standen, die Pressen wurden durch kleine Stahltüren beschickt die sich automatisch beim Pressvorgang schloßen. Die Pressen verdichteten das Pikrin gleichzeitig in 12 bzw. 24 Kartuschen bei einem Druck von 100 bzw. 120 atü. Die Pressräume waren so konstruiert das die häufig vorkommenden Selbstentzündungen keinen Schaden anrichten konnten, z.B. war eine Außenwand nur mit leichten Brettern verkleidet.

Fast jedem Pressengebäude war ein Fertigmachungsgebäude zugeordnet, in denen die gepreßten Kartuschen mit Geschossen versehen wurden.Auch diese Munition mußte erst geprüft werden, bevor sie verpackt und verschickt werden konnte.

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