Arbeiter, Dienstverpflichtete, Fremdarbeiter, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge

Zu Beginn der Bauarbeiten am Werk Hess. Lichtenau wurden im ganzem deutschen Reichsgebiet Männer dienstverpflichtet. Die Dienstverpflichtung geschah meist ohne Rücksicht auf die Situation des einzelnen und wurde wenn nötig mit Zwang von den zuständigen Stellen wie Arbeitsamt und Deutsche Arbeitsfront (DAF) durchgeführt.

Schon Ende 1938 wurde die Verordnung zur Sicherstellung des Kräftebedarfs für Aufgaben von besonderer staatspolitischer Bedeutung kurz Notdienst-Verordnung, man könnte auch sagen Zwangsarbeitsgesetz, auch auf Frauen ausgedehnt.

Die Dienstverpflichteten hatten eine Arbeitszeit von 10 Stunden und erhielten 66 Pfennig (Männer) bzw. 41 Pfennig (Frauen) als Lohn wobei die in den Lagern untergebrachten noch ca. die Hälfte vom Lohn für Unterkunft und Verpflegung an das Werk zurückzahlen mußten.

In den besetzten Gebieten wurden Kampagnen gestartet um Arbeitskräfte in die Rüstungsbetrieb im deutschen Kernland zu locken. Im Laufe des Krieges wurde aus diesen "Anwerbungen" in den Ostgebieten immer mehr eine offene Treibjagd auf Arbeitskräfte.
Die Unterbringung, Verpflegung und medizinische Versorgung der Zwangsarbeiter aus den Ostgebieten und da besonders die der russischen Arbeiter war um einiges schlechter wie die der anderen Arbeiter. Gab es in dem (sehr) vorbildlichen Lagern Waldhof (deutsche und franz. Arbeiterinnen) und Herzog (deutsche Arbeiter) neben Wasch- auch Baderäume, wöchentliche Kino- oder Varitee Vorstellungen, Ausgang bis 22:00 Uhr so waren die Bedingungen in den streng Bewachten Lagern der russischen- und ukrainischen Arbeiter trist fast erbärmlich. Auch die Kleidung der Zwangsarbeiterinnen aus den Ostgebieten war oft sehr unzureichend, so hatten viele Frauen Sommer wie Winters nur Holzpantienen an den Füßen, die Füße zum Schutz vor Kälte mit Lumpen umwickelt. Die ukrainischen Zwangsarbeiterinnen waren die jüngsten im Werk Hess. Lichtenau, die meisten unter 20 Jahren, manche noch halbe Kinder erst 15 oder 16 Jahre alt.

Die Lage der ab 1944 eingesetzten KZ-Hätlingen aus Buchenwald, vorwiegend ungarische Jüdinnen, mochte zwar im Vergleich zum KZ Buchenwald selbst hinsichtlich Unterbrinung und Verpflegung etwas besser gewesen sein, aber immer noch vollkommen unmenschlich. Die Verpflegung war nochmals um einiges schlechter wie bei den russischen Zwangsarbeitern und Krankheit oder Schwäche bedeutete die Rückführung nach Buchenwald zur "Vernichtung". Es gibt Berichte (auch von deutscher Seite) darüber das die zur Bewachung der KZ-Außenstelle eingesetzte SS-Manschaft oft ein sadistisches Verhalten gegenüber den Frauen an den Tag legte, so kam es vor das die Häftlinge nach ihrem 10 - 12 Stunden Arbeitstag und dem Rückmarsch noch stundenlang auf dem Lagerplatz bei Wind und Wetter strammstehen mussten.

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